Die richtige Reinigung der Vulva
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Für die Reinigung des Intimbereichs ist lauwarmes Wasser völlig ausreichend. Gegen die dort natürlicherweise vorkommenden, nützlichen Bakterien sind antibakterielle Produkte vollkommen überflüssig und kontraproduktiv. Herkömmliche Seifen und Duschgele waschen den von der Haut produzierten, schützenden Lipidfilm (Fettschicht) ab, trocknen die Haut aus und machen sie extrem anfällig für Mikrorisse.
Wer neben Wasser dennoch ein Reinigungsprodukt verwenden möchte – beispielsweise zur sanften Entfernung von Menstruationsblut, Resten von Enthaarungswachs oder Ejakulatspuren –, sollte unbedingt auf einen hautfreundlichen pH-Wert zwischen 5,3 und 7,0 achten. Die Haut im äußeren Intimbereich hat denselben pH-Wert wie die restliche Haut unseres Körpers.
- Ausnahme: Bei chronisch wiederkehrender bakterieller Vaginose (BV) kann kurzzeitig ein spezielles Waschprodukt mit einem niedrigeren pH-Wert (sogar bis zu pH 3,0) sinnvoll sein – allerdings nur dann, wenn klinisch gesichert ist, dass der pH-Wert in der Vagina und im Scheideneingang dauerhaft zu hoch ist. (Dazu kannst du auch in jeder Apotheke pH-Papier kaufen)
Wichtige Anwendungsregeln:
- Verwende Intimwaschlotionen nur in sehr geringen Mengen.
- Trage sie ausschließlich auf den äußeren Vulvalippen (im Deutschen historisch oft irreführend als „Schamlippen“ bezeichnet – ein Begriff, der glücklicherweise zunehmend durch die anatomisch korrekte Bezeichnung Vulvalippen ersetzt wird) und dem Venushügel (dort, wo die Behaarung wächst) auf. Die unbehaarten, hochsensiblen Bereiche irritieren wesentlich schneller.
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Die Vagina selbst darf niemals innerlich gewaschen oder ausgespült werden. Dafür sind Intimwaschlotionen nicht gedacht.
- Achte auf deine Duschroutine: Wenn du deine Haare in der Badewanne wäschst, nützt auch das sanfteste Intimwaschgel nichts, wenn die empfindliche Haut danach im mit Shampoo und Conditioner belasteten Wasser badet. Am besten wäschst und pflegst du deine Haare unter der Dusche oder ganz am Ende des Badens, damit die Haut im Intimbereich nicht unnötig in Tensiden einweicht.
Die meisten in Drogerien erhältlichen Intimpflegeprodukte sind im Grunde nichts anderes als einfache, pH-neutrale Duschgele mit einem sehr geschickten Marketing. Viele dieser Produkte werben damit, den „optimalen pH-Wert der Vagina“ zu erhalten. Da der vaginale pH-Wert jedoch ausschließlich von den Bakterien in der Vagina reguliert wird (wohin das Waschgel niemals gelangen darf), können diese Produkte bestenfalls den pH-Wert auf den Vulvalippen und dem Venushügel beeinflussen.
Ein gutes Intimwaschmittel leistet im Grunde nur eines: Es schädigt im Gegensatz zu normaler Seife den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht. Die meisten Drogerieprodukte helfen jedoch keineswegs dabei, Infektionen zu verhindern. Sie schaden im besten Fall einfach nicht. Wenn sie jedoch künstliche Duftstoffe enthalten, ist selbst das nicht mehr garantiert. Duftstoffe gehören schlichtweg nicht auf diese sensible Haut.
Sollte doch einmal etwas Waschgel in die Vagina oder auf die inneren Vulvalippen gelangen, ist das kein Grund zur Panik. Auf die Häufigkeit kommt es an. Wenn du nicht unter chronischem Juckreiz oder Entzündungen leidest, hast du deinem Körper wahrscheinlich auch mit einem parfümierten oder farbigen Intimwaschlotion keinen bleibenden Schaden zugefügt. Allerdings steigt unsere Empfindlichkeit im Laufe des Lebens: Die Intimschleimhaut wird mit den Jahren dünner, und ein Produkt, das du heute noch verträgst, kann in zehn Jahren heftiges Brennen auslösen. Bei wiederkehrenden Beschwerden ist der allererste Schritt immer, die eigene Pflegeroutine kritisch zu hinterfragen und zu vereinfachen.