Müssen wir über Intimhygiene sprechen? JAAA, müssen wir!
Share
Frauen neigen oft dazu, sich nicht nur für das natürliche Aussehen ihrer Genitalien zu entschuldigen, sondern auch für deren Geruch, Geschmack oder die Haptik. Die Vorstellung, das weibliche Genital sei von Natur aus unrein oder gar „schmutzig“, ist Teil eines jahrzehntealten, gesellschaftlich-religiösen Konstrukts. Im 21. Jahrhundert können und sollten wir diese Mythen endgültig hinter uns lassen.
Die Vulva ist absolut genauso sauber oder schmutzig wie ein Penis oder ein Bauchnabel: Allgemeine Hygieneregeln im Alltag sind völlig ausreichend. Die Vulva muss weder geschrubbt noch parfümiert werden – genau wie ein Penis oder ein Bauchnabel auch nicht.
Viele Frauen glauben fälschlicherweise bei einer Infektion, sie hätten etwas bei der Reinigung vergessen oder vernachlässigt. Bei einer Scheideninfektion plagen sie sich oft mit Schuldgefühlen und denken, die Beschwerden lägen an mangelnder Hygiene.
Tatsache ist jedoch: Es gibt keine gynäkologische Erkrankung, die durch das Waschen der Vulva oder der Vagina verhindert wird. Sehr wohl gibt es aber Krankheiten, die genau durch diese übermäßige Reinigung verursacht werden. Das „Ausspülen“ der Vagina (Vaginalspülungen bzw. Vaginalduschen) ist nicht nur völlig nutzlos, sondern die Verwendung solcher Irrigatoren ist nachweislich schädlich.